Wegen Ida Maria lernen wir hier Vokabular, das wir sonst
wohl nicht schon nach 2 Monaten könnten (el chichón = die Beule; las pañales =
die Windeln; vomitar = erbrechen…). Mit ihr machen wir auch ganz viele
Bekanntschaften auf der Strasse, im Supermarkt und in den Parks. Und durch sie
haben wir auch schon 3 Spitäler/Klinken hier in Peru von innen gesehen.
Wenn man in einer Praxis/Klinik ankommt, muss man zuerst die
Konsultationsgebühr bezahlen, bzw man meldet sich an und bekommt eine Rechnung,
die man dann an einem andern Ort bezahlen gehen muss. Dann mussten wir jeweils
mit Ida zu einer Krankenschwester, die Grösse und Fieber misst und wägt. Und
dann…dann wartet man mal eine gute Weile. Die Peruaner drängeln sich sehr gern
vor und weil die Gringos das ja nicht merken oder sich nicht wehren, bevorzugt
bei denen. Die Kinderärzte, bei denen wir bisher waren, waren sehr gut und
haben sich Zeit genommen uns zu erklären. Als Ida so Durchfall hatte und ein
wundes Fudi, hat die Ärztin eine Stuhlprobe angeordnet. Da mussten wir dann
zuerst wieder an die Kasse und die Analyse bezahlen, dann ins Labor um so ein
Gefäss zu holen, dann nach Hause bis wir den Stuhl ins Becherli tun konnten,
dann wieder kommen, um die Probe abzugeben, dann 4 Tage später wiederkommen um
den Bericht abzuholen und wieder einen Termin abzumachen bei der Ärztin und für
den dann nochmals antanzen.
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| Das ist das Logo der Klinik, wo Ida Maria im Moment die Spritzen bekommt...sieht sehr seriös aus, nicht? |
Jetzt hat Ida gerade eine Blasenentzündung. Es war natürlich
etwas unglücklich, dass wir gerade am ersten Mai (der hier nicht nur Tag der
Arbeit sondern auch Fiesta de la Cruz ist) einen Kinderarzt sehen wollten. Die
hatten nämlich alle frei. In dem Notfallzentrum mit dem Super-Logo (siehe Bild)
musste die Sekretärin, die glaub die einzige anwesende Person war, zuerst mal
wie wild auf dem Handy rumtelefonieren, bis ein Krankenwagen (!!) vorfuhr und
uns zu einem Kinderarzt nach Hause fuhr. Der sagte dann (da hohes Fieber und 2
Nächte erbrochen), wir sollten eine Urinprobe nehmen. Damit schickte er uns
zurück ins Notfallzentrum, wo dann eine per Handy herbeordnete Krankenschwester
loszog um so einen Urin-Sammelsack zu besorgen. Nicht einfach an einem
Feiertag, wie es schien. Am Nachmittag wurde die gleiche Krankenschwester dann
losgeschickt um das Antibiotikum für Ida zu besorgen. Das hatten sie nämlich
auch nicht an Lager. Ich sass derweil mit einer schüttelfrostigen Ida im
Wartesaal und…wartete, während die Krankenschwester die ganze Stadt Cuzco nach
einer offenen Apotheke absuchte?!?
Man muss einfach viel Zeit haben. Die Kinderärzte scheinen
wie gesagt sehr kompetent zu sein und es geht Ida jetzt wirklich auch schon
bedeutend besser. Nicht ganz klar ist mir, warum sie Medikamente so gerne
spritzen. Wir müssen jetzt eine Woche lang jeden Tag vorbeigehen für die
Injektion. Verrechnet wird uns aber nur das Medikament. Auch bei Erwachsenen
scheinen sie das zu machen. Und wenn es nicht so schlimm ist, dann verordnen
sie bei Kindern ca 10 verschiedene süsse Sirups (mit Medis drin), die Ida wie
Schoggimilch geniesst.

Ui, da werd ich mich in Zukunft nicht mehr so laut über die Stunde Wartezeit beschweren, die man hier manchmal in Kauf nehmen muss...
AntwortenLöschenSchön, dass es Ida besser geht!