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6.5.13

Spitalerfahrung - Peru



Wegen Ida Maria lernen wir hier Vokabular, das wir sonst wohl nicht schon nach 2 Monaten könnten (el chichón = die Beule; las pañales = die Windeln; vomitar = erbrechen…). Mit ihr machen wir auch ganz viele Bekanntschaften auf der Strasse, im Supermarkt und in den Parks. Und durch sie haben wir auch schon 3 Spitäler/Klinken hier in Peru von innen gesehen.
Wenn man in einer Praxis/Klinik ankommt, muss man zuerst die Konsultationsgebühr bezahlen, bzw man meldet sich an und bekommt eine Rechnung, die man dann an einem andern Ort bezahlen gehen muss. Dann mussten wir jeweils mit Ida zu einer Krankenschwester, die Grösse und Fieber misst und wägt. Und dann…dann wartet man mal eine gute Weile. Die Peruaner drängeln sich sehr gern vor und weil die Gringos das ja nicht merken oder sich nicht wehren, bevorzugt bei denen. Die Kinderärzte, bei denen wir bisher waren, waren sehr gut und haben sich Zeit genommen uns zu erklären. Als Ida so Durchfall hatte und ein wundes Fudi, hat die Ärztin eine Stuhlprobe angeordnet. Da mussten wir dann zuerst wieder an die Kasse und die Analyse bezahlen, dann ins Labor um so ein Gefäss zu holen, dann nach Hause bis wir den Stuhl ins Becherli tun konnten, dann wieder kommen, um die Probe abzugeben, dann 4 Tage später wiederkommen um den Bericht abzuholen und wieder einen Termin abzumachen bei der Ärztin und für den dann nochmals antanzen.

Das ist das Logo der Klinik, wo Ida Maria im Moment die Spritzen bekommt...sieht sehr seriös aus, nicht?
Jetzt hat Ida gerade eine Blasenentzündung. Es war natürlich etwas unglücklich, dass wir gerade am ersten Mai (der hier nicht nur Tag der Arbeit sondern auch Fiesta de la Cruz ist) einen Kinderarzt sehen wollten. Die hatten nämlich alle frei. In dem Notfallzentrum mit dem Super-Logo (siehe Bild) musste die Sekretärin, die glaub die einzige anwesende Person war, zuerst mal wie wild auf dem Handy rumtelefonieren, bis ein Krankenwagen (!!) vorfuhr und uns zu einem Kinderarzt nach Hause fuhr. Der sagte dann (da hohes Fieber und 2 Nächte erbrochen), wir sollten eine Urinprobe nehmen. Damit schickte er uns zurück ins Notfallzentrum, wo dann eine per Handy herbeordnete Krankenschwester loszog um so einen Urin-Sammelsack zu besorgen. Nicht einfach an einem Feiertag, wie es schien. Am Nachmittag wurde die gleiche Krankenschwester dann losgeschickt um das Antibiotikum für Ida zu besorgen. Das hatten sie nämlich auch nicht an Lager. Ich sass derweil mit einer schüttelfrostigen Ida im Wartesaal und…wartete, während die Krankenschwester die ganze Stadt Cuzco nach einer offenen Apotheke absuchte?!?
Man muss einfach viel Zeit haben. Die Kinderärzte scheinen wie gesagt sehr kompetent zu sein und es geht Ida jetzt wirklich auch schon bedeutend besser. Nicht ganz klar ist mir, warum sie Medikamente so gerne spritzen. Wir müssen jetzt eine Woche lang jeden Tag vorbeigehen für die Injektion. Verrechnet wird uns aber nur das Medikament. Auch bei Erwachsenen scheinen sie das zu machen. Und wenn es nicht so schlimm ist, dann verordnen sie bei Kindern ca 10 verschiedene süsse Sirups (mit Medis drin), die Ida wie Schoggimilch geniesst.

1 Kommentar:

  1. Ui, da werd ich mich in Zukunft nicht mehr so laut über die Stunde Wartezeit beschweren, die man hier manchmal in Kauf nehmen muss...
    Schön, dass es Ida besser geht!

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