Der Mai ging so schnell vorbei, dass ich kaum gemerkt habe, was ich
mache. Was aber sicher nicht zur Effizienz meiner Arbeitsstunden
gefuehrt hat, war die Tatsache dass mir meistens Raphi geholfen hat, bzw
er mit mir an die Schue kam oder mit mir zu Hause war. Wegen der
staendigen Gefahr, dass er sich gleich wieder mit einer Erkaeltung
ansteckt, wollten wir ihn nicht gleich wieder in die Krippe geben.
Cristina ist unterdessen hochschwanger und muss, weil ihre Haushalts-
und Tiendahilfe nicht zuverlaessig ist, auch staendig mit dem Brot
aushelfen...Eine Woche, ab dem 11.5., war auch noch Schulferien, die ich
dazu benutzt habe, alles Liegengebliebene ein bisschen abzuarbeiten,
aber eher im Haushalt und Privaten als an der Schule. Die Kinder hatten
eigentlich auch frei, durften aber netterweise wieder bei Andrea in
ihrem Kindsgi Gastkinder sein.
Die Zusammenarbeit mit
der Biologielehrerin klappt leider eher schlechter als besser. Die
letzten paar Wochen hatte ich gar nichts von ihr gehoert, obwohl ich ihr
immer wieder sms oder mails geschrieben hatte, dass sie sich melden
soll zum koordinieren. Letzte Woche habe ich sie dann zufaellig
angetroffen und wir haben mal wieder was halbwegs geplant. Mal schauen,
was daraus wird.
Ich habe dafuer wieder mehr mit Erika
zusammengearbeitet, war bei einigen Besuchen an der Schule dabei und
soll in der Fuehrung von Gruppen jetzt wohl auch bald einspringen
koennen. Im Juni/Juli/August kommen die meisten Besuchergruppen aus
dem In- und Ausland. Mit den Besuchern gehen wir manchmal auch an die
Schulen, an welchen Kawsay gearbeitet hat im Bereich Umwelt. Im Mai
waren wir zum Beispiel in der Schule von Huacarpay, eine kleine
Landschule, mit SchuelerInnen von 6 bis 12 Jahren (Primaria) und 2
Lehrerinnen. Mit dieser Schule hat Kawsay eng zusammengearbeitet. Sie
machen extrem viel im Bereich Wiederverwertung von Materialien,
Umgebungspflege, auch im Bezug auf den See, die Laguna de Huacarpay, die
als Vogelschutzgebiet und Habitat auch vieler anderer Tiere geschuetzt
werden muss.
Durch die Zusammenarbeit mit Erika und
Lourdes habe ich auch wieder viel gelernt ueber Medizinal- und andere
Pflanzen, das ich direkt in das Inventario einbauen kann (die
Publikation ueber die Pflanzenvielfalt auf dem Pukllagelaende). Daran
bin ich auch. Im Moment versuche ich fuer Kawsay ein GPS aufzutreiben,
auch weil ich es dann fuer eine Karte des Gelaendes benoetigen werde.
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| SchuelerInnen von Huacarpay mit einer Besuchergruppe aus Lima (hinten) |
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| Ungezieferhotel, auch Kompost genannt :-), im Garten der Schule |
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| Blick von der Schule zur Laguna de Huacarpay ueber einen Zaun von angemalten Petflaschen |
Daneben
war ich wie immer bei Lourdes in den Medizinalpflanzen, Raphi immer
auch mit dabei. "Mira, el bebe de plantas medicinales" sagen die
SchuelerInnen, wenn sie Raphi sonst irgendwo auf dem Gelaende sehen.
Wahnsinnig
viel mache ich da nicht, aber ich kann Lourdes etwas entlasten. Mit 20
Kindergaertnern zu arbeiten ist nicht so einfach und sie geht ja haeufig
mit ihnen in den Garten oder arbeitet auch im Labor. Ich schaue dann,
dass alle die Haende waschen, waehrend Lourdes im Labor vorbereitet oder
schon anfaengt, hole die ganz Kleinen aus ihren Klassenzimmern ab,
suche spitze Samen der Pirqa-Pflanze aus den Strumpfis nach dem
Gartenausflug, helfe ausgeleerte Koerbchen (darin sammeln wir Blaetter
oder Blueten zum Trocknen) wieder zu fuellen etc.
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| Pirqa |
Jetzt die paar Tage im Juni konnte ich schon fast wieder mehr machen im ganzen Monat Mai. Ich hoffe es geht weiter so...
Pascal:
Mit der CADEP konnte ich Anfang Monat drei Tage ins Campo. Esperanza,
ein Geldgeber unserer Projekte, kam auf Visite und wir haben einigen
wichtigen Spendern dieser nordamerikanischen Organisation unsere
Einsatzgebiete gezeigt. So besuchten wir Santo Tomas, stellten ihnen
einige Nutzniesser unsere Projekte vor (Bauern, Familien, Schulen) und
haben auch eine Sitzung mit lokalen Autoritäten organisiert, damit sie
uns aus erster Hand mitteilen konnten, an was es ihnen fehlt.
Beispielsweise war der Spitaldirektor anwesend, ein junger engagierter
Mann, dem die Technik und das Personal für Operationen fehlt. Ein
Schuldirektor bemängelte ebenfalls die mangelhafte Infrastruktur,
insbesondere zeitgemässe Computerräume oder Laptops seien nicht
vorhanden. Eine Frau, die in einem Frauenhaus arbeitet, wünscht sich
mehr Sensibilisierung für das Thema Gewalt, worunter vorallem Frauen
leiden. Auch das Thema Umweltverschmutzung und Hygiene wurde
angesprochen. In Haquira waren wir bei der Kartoffelernte auf über 4000 m
anwesend und haben Huatia gegessen. Das sind frisch in einem Erdofen
gebackene Kartoffeln, welche die Bauern tagsüber direkt auf dem Feld
essen. Ich kam mir etwas schäbig vor, als wir nach dem guten Essen im
Dorf noch ein dreigängiges Menü serviert bekamen. Ich bekam auch weitere
Informationen zur in dieser Provinz ansässigen Mine "las Bambas". Im
Rundbrief, der diese Tage fertig wird, werde ich ausführlich über das
Thema schreiben.
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| Pascal mit Clotilde, einer langjaehrigen CADEP-Mitarbeiterin |
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| Die Gruppe aus Esperanza-Leuten und CADEP |
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| Ernesto beim Adobe-Ziegel machen |
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| Huatia |
Im
Büro sind wir im gewöhnlichen Trott. Gut war der Workshop zum Thema
Kommunikation, das ich ausgehend von der Jahresevaluation 2014 in den
Weiterbildungsplan 2015 aufgenommen habe. Ich habe einige im Dezember
erarbeitete Elemente einer "guten Kommunikation" vertieft, Gruppen haben
dazu Kurztheater einstudiert, als Negativbeispiele. Dann haben wir
diese Beispiele diskutiert und sie in Zusammenhang mit der Theorie
gebracht, wie es sein sollte/könnte. Ich wollte auch den Austausch von
in Kursen gemachten Erfahrungen fördern, damit etwas in
die Institutionen zurückfliesst. Also mussten einigen Kollegen etwas
präsentieren, was sie an verschiedenen Kursen oder Events gelernt
haben. Ansonsten steht die Redaktion einiger Dokumente an, ich hoffe
dabei auf die Kooperation meiner Kollegen. Normalerweise bleibt alles
(bei mir) hängen. Zudem habe ich zwei weitere Lehrerfortbildungen
angeboten an zwei verschiedenen Schulen. Sie kommen glaube ich
einigermassen gut an, aber der Zeitpunkt für Genderthemen in Peru ist
immer noch etwas früh. Trotzdem, Sensibilisierung macht Sinn.
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| Lehrerfortbildung an der Schule Dolorespata |
Diese
Woche ist Ursina, unsere Praktikantin, die letzten Tage hier. Heute
Mittwoch hat sie ein Znüni als Verabschiedung angeboten, das war
sympathisch. Ich glaube, sie hat viele Eindrücke sammeln können und hat
viel von Peru sehen können. Nächste Woche reist sie über Puno nach
Arequipa und dann nach Lima. Ich wünsche dir eine gute Reise Ursina, wir
danken dir für die unkomplizierte Art und Weise wie du dich in den
verschiedenen Bereichen von CADEP, Pukllas und auch bei uns privat
eingebracht hast. Wir wünschen dir alles Gute auf deinem weiteren Weg…
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| Ursina und Ida essen choclo con queso in Chincheros |
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