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12.6.15

Arbeit im Mai

Der Mai ging so schnell vorbei, dass ich kaum gemerkt habe, was ich mache. Was aber sicher nicht zur Effizienz meiner Arbeitsstunden gefuehrt hat, war die Tatsache dass mir meistens Raphi geholfen hat, bzw er mit mir an die Schue kam oder mit mir zu Hause war. Wegen der staendigen Gefahr, dass er sich gleich wieder mit einer Erkaeltung ansteckt, wollten wir ihn nicht gleich wieder in die Krippe geben. Cristina ist unterdessen hochschwanger und muss, weil ihre Haushalts- und Tiendahilfe nicht zuverlaessig ist, auch staendig mit dem Brot aushelfen...Eine Woche, ab dem 11.5., war auch noch Schulferien, die ich dazu benutzt habe, alles Liegengebliebene ein bisschen abzuarbeiten, aber eher im Haushalt und Privaten als an der Schule. Die Kinder hatten eigentlich auch frei, durften aber netterweise wieder bei Andrea in ihrem Kindsgi Gastkinder sein.

Die Zusammenarbeit mit der Biologielehrerin klappt leider eher schlechter als besser. Die letzten paar Wochen hatte ich gar nichts von ihr gehoert, obwohl ich ihr immer wieder sms oder mails geschrieben hatte, dass sie sich melden soll zum koordinieren. Letzte Woche habe ich sie dann zufaellig angetroffen und wir haben mal wieder was halbwegs geplant. Mal schauen, was daraus wird.

Ich habe dafuer wieder mehr mit Erika zusammengearbeitet, war bei einigen Besuchen an der Schule dabei und soll in der Fuehrung von Gruppen jetzt wohl auch bald einspringen koennen. Im      Juni/Juli/August kommen die meisten Besuchergruppen aus dem In- und Ausland. Mit den Besuchern gehen wir manchmal auch an die Schulen, an welchen Kawsay gearbeitet hat im Bereich Umwelt. Im Mai waren wir zum Beispiel in der Schule von Huacarpay, eine kleine Landschule, mit SchuelerInnen von 6 bis 12 Jahren (Primaria) und 2 Lehrerinnen. Mit dieser Schule hat Kawsay eng zusammengearbeitet. Sie machen extrem viel im Bereich Wiederverwertung von Materialien, Umgebungspflege, auch im Bezug auf den See, die Laguna de Huacarpay, die als Vogelschutzgebiet und Habitat auch vieler anderer Tiere geschuetzt werden muss.

Durch die Zusammenarbeit mit Erika und Lourdes habe ich auch wieder viel gelernt ueber Medizinal- und andere Pflanzen, das ich direkt in das Inventario einbauen kann (die Publikation ueber die Pflanzenvielfalt auf dem Pukllagelaende). Daran bin ich auch. Im Moment versuche ich fuer Kawsay ein GPS aufzutreiben, auch weil ich es dann fuer eine Karte des Gelaendes benoetigen werde.

SchuelerInnen von Huacarpay mit einer Besuchergruppe aus Lima (hinten)

Ungezieferhotel, auch Kompost genannt :-), im Garten der Schule

Blick von der Schule zur Laguna de Huacarpay ueber einen Zaun von angemalten Petflaschen

Daneben war ich wie immer bei Lourdes in den Medizinalpflanzen, Raphi immer auch mit dabei. "Mira, el bebe de plantas medicinales" sagen die SchuelerInnen, wenn sie Raphi sonst irgendwo auf dem Gelaende sehen.
Wahnsinnig viel mache ich da nicht, aber ich kann Lourdes etwas entlasten. Mit 20 Kindergaertnern zu arbeiten ist nicht so einfach und sie geht ja haeufig mit ihnen in den Garten oder arbeitet auch im Labor. Ich schaue dann, dass alle die Haende waschen, waehrend Lourdes im Labor vorbereitet oder schon anfaengt, hole die ganz Kleinen aus ihren Klassenzimmern ab, suche spitze Samen der Pirqa-Pflanze aus den Strumpfis nach dem Gartenausflug, helfe ausgeleerte Koerbchen (darin sammeln wir Blaetter oder Blueten zum Trocknen) wieder zu fuellen etc.

Pirqa
Jetzt die paar Tage im Juni konnte ich schon fast wieder mehr machen im ganzen Monat Mai. Ich hoffe es geht weiter so...


Pascal:
Mit der CADEP konnte ich Anfang Monat drei Tage ins Campo. Esperanza, ein Geldgeber unserer Projekte, kam auf Visite und wir haben einigen wichtigen Spendern dieser nordamerikanischen Organisation unsere Einsatzgebiete gezeigt. So besuchten wir Santo Tomas, stellten ihnen einige Nutzniesser unsere Projekte  vor (Bauern, Familien, Schulen) und haben auch eine Sitzung mit lokalen Autoritäten organisiert, damit sie uns aus erster Hand mitteilen konnten, an was es ihnen fehlt. Beispielsweise war der Spitaldirektor anwesend, ein junger engagierter Mann, dem die  Technik und das Personal für Operationen fehlt. Ein Schuldirektor bemängelte ebenfalls die mangelhafte Infrastruktur, insbesondere zeitgemässe Computerräume oder Laptops seien nicht vorhanden. Eine Frau, die in einem Frauenhaus arbeitet, wünscht sich mehr Sensibilisierung für das Thema Gewalt, worunter vorallem Frauen leiden. Auch das Thema Umweltverschmutzung und Hygiene wurde angesprochen. In Haquira waren wir bei der Kartoffelernte auf über 4000 m anwesend und haben Huatia gegessen. Das sind frisch in einem Erdofen gebackene Kartoffeln, welche die Bauern tagsüber direkt auf dem Feld essen. Ich kam mir etwas schäbig vor, als wir nach dem guten Essen im Dorf noch ein dreigängiges Menü serviert bekamen. Ich bekam auch weitere Informationen zur in dieser Provinz ansässigen Mine "las Bambas". Im Rundbrief, der diese Tage fertig wird, werde ich ausführlich über das Thema schreiben.

Pascal mit Clotilde, einer langjaehrigen CADEP-Mitarbeiterin

Die Gruppe aus Esperanza-Leuten und CADEP

Ernesto beim Adobe-Ziegel machen

Huatia

Im Büro sind wir im gewöhnlichen Trott. Gut war der Workshop zum Thema Kommunikation, das ich ausgehend von der Jahresevaluation 2014 in den Weiterbildungsplan 2015 aufgenommen habe. Ich habe einige im Dezember erarbeitete Elemente einer "guten Kommunikation" vertieft, Gruppen haben dazu Kurztheater einstudiert, als Negativbeispiele. Dann haben wir diese Beispiele diskutiert und sie in Zusammenhang mit der Theorie gebracht, wie es sein sollte/könnte. Ich wollte auch den Austausch von in Kursen gemachten Erfahrungen fördern, damit etwas in die Institutionen zurückfliesst. Also mussten einigen Kollegen etwas präsentieren, was sie an verschiedenen Kursen oder Events gelernt haben. Ansonsten steht die Redaktion einiger Dokumente an, ich hoffe dabei auf die Kooperation meiner Kollegen. Normalerweise bleibt alles (bei mir) hängen. Zudem habe ich zwei weitere Lehrerfortbildungen angeboten an zwei verschiedenen Schulen. Sie kommen glaube ich einigermassen gut an, aber der Zeitpunkt für Genderthemen in Peru ist immer noch etwas früh. Trotzdem, Sensibilisierung macht Sinn. 

Lehrerfortbildung an der Schule Dolorespata
Diese Woche ist Ursina, unsere Praktikantin, die letzten Tage hier. Heute Mittwoch hat sie ein Znüni als Verabschiedung angeboten, das war sympathisch. Ich glaube, sie hat viele Eindrücke sammeln können und hat viel von Peru sehen können. Nächste Woche reist sie über Puno nach Arequipa und dann nach Lima. Ich wünsche dir eine gute Reise Ursina, wir danken dir für die unkomplizierte Art und Weise wie du dich in den verschiedenen Bereichen von CADEP, Pukllas und auch bei uns privat eingebracht hast. Wir wünschen dir alles Gute auf deinem weiteren Weg…

Ursina und Ida essen choclo con queso in Chincheros

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