Ich wollte schon lange mal damit anfangen, euch am Ende jeden Monats kurz zusammen zu fassen, was wir so gemacht haben. Vor allem eben auch bei der Arbeit. Sonst habt ihr immer nur so kurze zufällige Berichte von irgendetwas und manche von euch haben auch schon kommentiert, ob wir eigentlich hier nur Ferien machen. Wohl weil ich fast nichts über die Arbeit schreibe.
Pascal hat jetzt seinen Teil schon alleine gepostet (CADEP news), weil sich bei ihm seit seinem letzten Eintrag schon vieles angesammelt hat. Ich hatte ja Januar und Februar Schulferien, während bei ihm alles normal weiterlief. Jetzt kommt also noch der Teil zu meiner Arbeit und ein Teil gemeinsames.
Anfang März ist hier Schuljahresanfang. Im Februar waren wir ja weg, deshalb hatte ich einen grossen Teil der Planung verpasst, bin dann aber direkt eingestiegen für die letzte Woche. Ein bisschen blöd war dabei, dass unser Kinderhüteprogramm dann doch nicht funktioniert hat und ich auch noch Krippe-suchen und Kinder-selbst-betreuen musste/durfte.
Am 2. März fing dann die Schule an. Schon letztes Jahr hatte mich die Biologielehrerin Sarit gefragt, ob ich sie beim Biologieunterricht unterstützen könnte, vor allem bei Gruppenarbeiten und Labor. Man hat hier auch einen Lehrplan (Silabus), der aber nur aus einigen Stichworten besteht und zu meiner Überraschung nicht nur für Biologie ist, sondern für Sciencias naturales, also Naturwissenschaften allgemein. Auf einem relativ tiefen Niveau (Sek.), aber trotzdem ziemlich fremd für mich. Letzte Woche haben wir zum Beispiel ein Praktikum zu "Leyes de Newton" konzipiert. Sarit hat glaub schon so mehr oder weniger im Kopf, was sie machen will, ist aber nicht besonders gut im kommunizieren. Sie plant auch nicht mehr als eine Woche im voraus (ich glaube sie macht das jeweils am Wochenende) und kann mir so auch schlecht Aufgaben abgeben oder delegieren. Die ersten 2 Wochen hat dann auch noch ständig der Stundenplan geändert. Jetzt arbeiten wir grad am Thema "Origin de vida", und Organisation des Lebens etc und daneben arbeiten alle SchülerInnen der verschiedenen Stufen an einem Semesterprojekt. Da habe ich jetzt schon ein paar Stunden zu Projektarbeit allgemein, Arbeitseinteilung und Planung und zum Verfassen der Dokumentation dazu gegeben.
Kaum hatte das Schuljahr angefangen mussten wir ja schon wieder nach Lima zum Landestreffen. Die Daten waren für mich wie auch für die Kinder, die gerade eine Woche in der neuen Krippe gewesen waren, total schlecht gewählt. Nach dem Treffen kam auch gleich Ursina, die Hopplaa-Praktikantin der BMI, bei uns an. An der Puklla sind sie zum Glück sehr an volunatrios/as gewöhnt und ich konnte Ursina in verschiedenen Klassen und Fächern unterbringen. Am Anfang hat sie im Englisch ausgeholfen, da sie für dieses Fach bis letzte Woche keinen Lehrer hatten. Jetzt kann sie, immer Donnerstags und Freitags, die Tage die sie an der Puklla verbringt, bei Lourdes in der Werkstätte mit den Plantas medicinales mithelfen, bei Giselle mit dem papel reciclado und im Schulgarten mit Ramiro und Adrian. Das ganze Programm für sie läuft aber erst diese Woche richtig an, weil ja auch noch Osterfeiertage waren.
Im ersten Monat habe ich jetzt immerhin erreicht, dass Sarit und ich uns jeden Montag um 10 zusammensetzen und die Woche planen (heute hat sie mich aber grad um 10.00 angerufen, dass sie heute nicht kann). Dann teilen wir auf. Bisher hat sie mir die Arbeitsblätter leider nie geschickt (wie wir abgemacht hatten), dass ich sie nochmals hätte durchsehen können. Ich finde, man müsste für die Praktikas, wo die SchülerInnen selbständig arbeiten, viel klarere Anweisungen geben, mit Zeitvorgabe und Tabelle, wo sie Resultate eintragen können. Bis jetzt herrscht einfach Chaos und ein unglaublicher Lärm, vor allem in zwei der vier Klassen, die wir unterrichten. Pukllasunchis ist ja auch noch antroposofisch und ich bin immernoch am beobachten, wie sie hier auch mal für Ordnung sorgen (oder ob überhaupt).
Ich hoffe die Zusammenarbeit wird noch etwas besser und der Unterricht noch geordneter.
Im Moment würde ich grad am liebsten anfangen einen Job zu suchen in der Schweiz. Eine Arbeit, wo ich mal wieder Verantwortung habe, etwas tun kann, was ich kann. Hier seckle ich immer irgendwem nach und hänge von allen andern ab. Ich habe den "Voluntaria"-Status richtig satt. Grrrrr. Und ich lerne wohl schon auch, was ich an Jobs in der Zukunft lieber nicht möchte. Zum Beispiel fand ich schon in Bern jeweils total doof mit meinen SchülerInnen nach Schulschluss Bus fahren zu müssen. Das passiert mir hier auch immer wieder. Stört das andere LehrerInnen nicht?
Meine Büroarbeiten hier lagen diesen Monat auf Eis, weil ich einen neuen Computer kaufen musste, der aber noch nicht richtig eingerichtet ist. Der alte funktioniert nur noch, wenn er Lust hat. Aber natürlich wieder viel besser, seit ich einen neuen habe :-)
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