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26.12.14

Weihnachten in Cusco



Traditionell verbringt man in Cusco den Morgen des 24. Dezember auf der Plaza de Armas beim Santurantikuy, einer Art Weinachtsmarkt, wo Heiligenfiguren und Krippenfiguren angeboten werden. Eine in Cusco produzierte Spezialität sind Jesuskindlein mit Zähnen und einem Spiegel im Mund, der wohl das Leuchten in seinem Innern darstellen soll. Diese Jesusfiguren brauchen dann auch jedes Jahr neue Kleider, die man auch auf diesem Markt findet. Es finden sich aber auch noch ganz andere Dinge wie Handarbeiten, Essen etc. Jedes Jahr kommen ganz viele leute vom Campo in die Stadt und verkaufen Krippen aus Naturmaterialien wie Stroh, Ästen, Moos, Flechten und Blättern der Heliconiaceen als Bäume.
Und jedes Jahr schiffts. Zum Weihnachtswetter hier gehört mindestens ein heftiger Regenguss und die Marktleute sind - ganz unperuanisch - gut ausgerüstet für diesen Fall.

Was man am 24. am Nachmittag und Abend macht, weiss ich auch nicht genau. Warscheinlich kauft man ein (die Supermärkte sind jedenfalls supervoll), kocht man und feiert dann in der Familie. Am Abend geht man in die Messe, isst um Mitternacht ein spezielles Gebäck und stösst an...und geht dann raus und lässt Feuerwerke ab. Am Heiligabend. Ein Geballere.

Hier gibt es nicht die Tradition der Weihnachtsguetzli. Die Peruaner essen Paneton, dessen Ursprung sie ganz klar in Peru sehen, aber...

Der 25. Dezember ist dann tatsächlich alls zu, man kann für einmal NICHT einkaufen (was machen die dann alle?). Aber schon der 26.12. ist wieder ein ganz normaler Arbeitstag.

Wir haben so ein Gemisch gemacht aus Peruanischer und Schweizer Weihnachten. Am 24. sind wir zu diesem Markt in die Stadt und haben haben auf dem Weg dahin noch schnell auf der Post nachgeschaut, ob evt doch ein paar Weihnachtspäckli aus der Schweiz angekommen wären...? Waren sie aber nicht. Auf dem Markt war es zuerst superheiss mit intensivster Sonne, so dass wir es mit den Kindern nicht lange ausgehalten haben. So haben wir uns eine Papa rellena und frischen Orangensaft gekauft und wollten auf der Plaza Recocijo Mittagessen. Natürlich wurden wir aus der Wiese postwendend verjagt (Grünflächen sind hier nur zum Anschauen und für die Hunde zum Draufscheissen), aber auf dem Mürli hats auch geschmeckt. Bei unserer 2ten Runde über den Markt hats dann angefangen zu regnen und wir sind dann nach Hause zum Skypen mit Grosseltern, Götti, Onkel etc.
Dann haben wir die Krippe fertig eingerichtet und als es dunkel war zu 4t Weihnachten gefeiert. Znacht und dann Geschenkli - zuletzt sassen wir noch zu 3t (Raphi war unterdessen mal eingeschlafen) auf dem Teppich und bastelten an Idas neuem Playmobil Spielplatz und tranken Anis de Najar (so eine Art peruanischen Pastis, den wir von Ernesto bekommen hatten). Den Anis tranken natürlich nur 2. Nachdem Ida auch im Bett war, haben wir noch die Feuerwerke abgewartet.

Als Familienbesuchsersatz hatten wir am Montag Ernesto, seine Frau und seinen Schwiegervater hier zu Zürigschnätzletem und am 25. haben wir mit Cristina und Max ein Fondue gegessen mit Maxes Sauerteigbauernbrot und Pan de Tumbo (also Brot mit Tumbo drin).

So sah also unsere Weihnacht 2014 aus. Hier kommen ein paar Bilder:

Santurantikuy

Mittagessen auf der Plaza Recocijo

...und jetzt regnets...

Ida mit einem Mädchen vom Campo, das versucht sich mit Photos ein paar Soles zu verdienen

die Leute stehen unter in den Lauben
Nachmittag zu Hause
Ida durfte die Weihnachtsbaumkugeln, die sie sich vom Götti gewünscht hatte, schon auspacken und an unseren Eukalyptuszweig-Weihnachtsbaumersatz hängen...






Heute Abend um 22.00 gehts los - mit dem Nachtbus nach Puno. Am Titicacasee wollen wir ein paar - am liebsten sonnige - Ferientage verbringen. Geplant ist noch nicht viel (evt Copacabana und Isla del Sol), aber spätestens am 4.1. müssen wir wieder hier sein, weil Pascal am 5.1. dann wieder arbeitet.

Wir wünschen euch allen schon Mal einen guten Rutsch und eine sanfte Landung im 2015!!


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