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6.5.15

Arbeit April 2015

Renate:
Schon wieder ein Monat vorbei - und somit hier an der Schule schon fast das erste Trimester (am 8.5.). Sehr viele Bäume konnte ich nicht ausreissen während dieser Zeit, auch weil ich die zweite Hälfte des Monats kaum arbeiten konnte wegen kranken Kindern.

In der ersten Hälfte des Monats waren noch die Osterfeiertage und es fielen deshalb auch einige Schultage weg. Jetzt aber doch noch dazu, was ich tatsächlich doch noch gemacht habe

- Elternabend: Hier an der Puklla ist der Elternabend kein Abend sondern ein Tag. Es kommen dann alle Eltern der 700x Kinder an einem Samstag auf dem Schulgelände zusammen. Zuerst nehmen sie an einem "taller" teil, also an einer der produktiven Werkstätten, die ein wichtiges Aushängeschild der Schule sind. Dann müssen sie zu den Klassenlehrern und ich glaube es gibt dann auch noch etwas zu essen.
Ich habe mit Lourdes eine 60min Labor-Einheit für die Eltern konzipiert, wo sie einen Sirup hergestellt haben aus Ingwer, Honig und Zitronensaft. Sie mussten sich zuerst die Hände waschen, dann Gesichtsmasken und Handschuhe anziehen. Der Ingwer musste geschält und geschnetzelt werden, die Zitronen ausgepresst und am Schluss noch ein paar Löffel Honig drüber. Ein Papa hat den ganzen Krug ausgperessten Zitronensaft umgeworfen und ein anderer hat den Ingwer zuerst zerschnitten...und musste dan die kleinen Stücke im nachhinein noch schälen. Papas hören also nicht besser zu als ihre Kinder :-)
Jede/r durfte dann ein kleines Fläschchen mit nach Hause nehmen. Der Sirup muss dann noch 2 Wochen ziehen, bevor er seine maximale Wirkungskraft entfaltet.

- Plantas medicinales mit den ganz Kleinen: Jeden Dienstag helfe ich jetzt wieder Lourdes im Labor mit den ganz Kleinen der Inicial, also des Kindergartens (4 und 5jährige). Die letzten paar Male hben wir an einer Verdauungs fördernden Teemischung gearbeitet. Die Kinder haben zuerst die Pflanzen gesmmelt im Garten und sie zum Trocknen ausgelegt. Dann haben wir sie zerkleinert und gemischt. In der letzten Stunde durften die Kinder eine Papiertüte bunt anmalen und ihren Tee reinfüllen. Dann wurden die Tüten noch mit Etiketten versehen.

- Huerto: In den Garten-Klassen der Primarschule haben sie im Moment das Thema Ernte. Hier ist ja Herbst, oder eben Ende der Regenzeit, und die meisten "cultivos" tragen jetzt Früchte.  Zu diesem Thema habe ich ein paar 10min-Inputs gemacht. Wann erntet man in der Schweiz. Was erntet man und warum ist so anders in der Schweiz als hier? Schnee und Winter ist für die Kinder (und nicht nur für die Kinder) sehr exotisch. Und dass man deshalb Heu als Futter für die Tiere ernten muss....Übrigens macht man das hier in Puno auch. Noch ca 500 Höhenmeter mehr und es liegt auch Schnee oder der Boden gefriert...

- Biologia: Mit den Biologiestunden und der Kollaboration mit Sarit bin ich leider nicht sehr viel weiter gekommen. Einerseits hatte ich selber wenig Zeit, andererseits klappt die Kommunikation einfach nicht. Sie antwortet weder auf sms noch auf emails und Treffen, die wir abgemacht hatten, fallen meistens einem Notfallgespräch mit Eltern oder Schülern, sonst reuniones oder ihrer Vergesslichkeit zum Opfer. EInmal haben wir uns zufällig angetroffen und da meinte sie ich soll doch die Verantwortung fürs Labor übernehmen. Das würde ich sehr gerne machen, aber ich warte jetzt erst mal ab. Ich bräuchte dazu auch ein bisschen finanzielle Mittel und da rede ich besser zuerst mal mit Erika.

- Inventario: Dazu hatte ich jetzt absolut keine Zeit im letzten Monat, aber das will ich unbedingt jetzt im Mai vorantreiben. Ich muss auch unbedingt von gewissen Pflanzen noch Photos machen, solange es hier noch einigermassen feucht ist (es beginnt ja jetzt die Trockenzeit).

- Computer First Aid: Dazwischen ist es zu einer meiner Hauptaufgaben geworden meine Kollegen bei Computersachen zu unterstützen. Einmal muss ich helfen für die Dienstreise den Flug zu buchen oder online einzuchecken, ein andermal helfe ich mit der Bildsuche und - bearbeitung für die Illustrationen der Trimesterevaluationen oder sonst irgendwas. Meine beiden Bürokollegen Ramiro und Adrian sind eher im Garten zu Hause als am Computer :-)


Pascal:
Bei CADEP habe ich den zweiten Turnus mit den Lehrerfortbildungen begonnen. Ich thematisiere die Kinderrechtskonvention im Zusammenhang mit dem Schulwesen in Peru. Ein Augenmerk gilt den Unterschieden in der Bildung zwischen Mädchen und Buben. Beispielsweise schliessen viel weniger Mädchen die Sekundarschule ab, weil sie zuhause mithelfen müssen. Auch die Alphabetisierung der Knaben ist höher als der Mädchen, vor allem in der Sierra von Peru. Ich reflektiere auch die kulturell geprägten geschlechtsspezifischen Rollen zwischen Frauen und Männer, um der Ursache dieser Problematik etwas auf die Spur zu kommen. Die Lehrer finden meine Veranstaltungen spannend und möchten gerne Aspekte vertiefen. Vielleicht kann ich im zweiten Semester eine dritte und letzte Runde an Lehrerfortbildungen anbieten. Das würde mich freuen. 

Bei der Organisationsentwicklung erarbeite ich mit den drei Programmen institutionelle Positionierungen in einigen wichtigen Fragen des aktuellen Kontextes. Beispielswiese haben wir eine Haltung zur ganzen Bergbauthematik entwickelt, die v.a. Kriterien beinhaltet, unter welchen Umständen wir den Bergbau auch als Chance wahrnehmen könnten. Ich werde den nächsten Rundbrief über die Arbeit bei CADEP diesem Thema widmen. Er sollte Ende Monat oder anfangs Juni im Mailbriefkasten erscheinen. 

Bei den Capacitaciones habe ich diesen Monat und bereits im April einen Austausch von Erfahrungen geplant. Viele Mitarbeiter nehmen an Kursen oder Workshops teil. Ich möchte, dass diese Inhalte zusammengefasst alle etwas angehen. Sonst laufen wir Gefahr, irgendwo dabei zu sein, ohne zu überlegen , was das CADEP angeht und wie wir von diesen Informationen profitieren können. Zudem möchte ich anfangs Mai ein Thema aufgreifen, dass in der letzten Jahresevaluation auffallend negativ auffiel: die Kommunikation. Dazu möchte ich in Arbeitsgruppen im Dezember herausgearbeitete Aspekte einer guten Kommunikation vertiefen und einen Plan de Acciones entwerfen, wie wir die Kommunikation verbessern können bei uns an der CADEP.

Ich habe seit Mitte März auch eine Praktikantin wie ihr wisst.  Ich glaube, ich habe Ursina gut einbringen können. Sie hilft Florence, einer Volontaria aus Frankreich bei ihrer Forschungsarbeit über sexuellen Missbrauch von Kindern hier in der andinen Kultur. Ursina erarbeitet den rechtlichen Rahmen, während Florence eher empirische Informationen sucht, was sehr schwierig ist. Ursina war auch eine Woche in Lima, wo sie ein Wandmalprojekt von Sandra mitbegleiten durfte und auch einen Einblick von Norberts Arbeit bekam in der Gefängnisseelsorge. Zudem hat sie Susanne Anderegg, ehemalige BMI-lerin bei CADEP, in Accha bei einem Workshop über Verhandlungen mit Bergbauunternehmen begleitet. Nächste Woche wird sie nach Abancay reisen, um auch noch ein Bildungsprojekt von CADEP kennen zu lernen. Ich glaube sie freut sich.

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