Translate

2.7.13

Wie es uns geht - Anfang Juli 2013



Seit einer Woche ist es hier in Cusco bestes Wetter, wie es sein soll, Sonnenschein und strahlend blauer Himmel. Somit ist es auch in unserer Wohnung gut aushaltbar. Im Büro doch noch nicht ganz, aber ein paar Stunden frieren geht ja noch, wenn man nachher heim ans Warme kann.
Das Wetter scheint unser Wohlbefinden stark zu beeinflussen und wir sind viel zuversichtlicher und besser gelaunt als die letzten Wochen. Ida hat zwar eine Schnudernase und immer noch diesen blöden Windelausschlag, aber sonst sind wir gesund.

Unsere Wohnung wird immer wohnlicher – wir haben unterdessen Teppiche und auch immer mehr Küchenausrüstung , Ida hat die Wände heimelig bemalt (!!) und bald sollen auch die Vorhänge geflickt werden. Wir wissen langsam, wo wir welche Dinge besorgen können, die uns wichtig sind. Zum Beispiel haben wir Karl-Heinz und Gudrun kennengelernt, ein deutsches Landwirts-Paar, das hier in Cusco seit 30 Jahren ein Restaurant führt und eben auch selber Joghurt und Quark macht und verkaufen. Die Milchprodukte hier sind sonst wirklich nicht besonders gut, alle Milch UHT oder kondensiert, Yoghurt extrem gesüsst etc. Jetzt essen wir ca 3l Yoghurt pro Woche. Andere Nahrungsmittel vermissen wir leider immer noch: Vollkornmehl, Vanilleschoten (hier gibt’s nur Essencia de Vainilla – ganz chemisch), frische Hefe, Rahm, Vermicelles, Cervelat, Rivella… :-)
Ich gehe jetzt1x pro Woche ins Yoga und am Wochenende wollen wir ein paar Fitness-Center in der Umgebung anschauen. Die Sportarten, die wir bis jetzt ausgeübt haben, sind hier schwer möglich: Klettern – Mangel an Felsen, Haken und Kletterpartnern; Joggen – man fällt sehr auf, es geht steil bergauf/bergab in 3400m Höhe, es ist um 6 pm dunkel, die Luft in der Stadt ist extrem schlecht und man kann nirgends unterwegs duschen; Badminton - ???!; Schwimmen – es gibt quasi keine Hallenbäder etc.

Bei der Arbeit ist es immer noch eher schwierig – aber wir sind ja auch immer noch in der Eingewöhnungsphase. Wissen wir schon, und haben auch noch Geduld. Sie lassen uns halt schon einfach selber irgendwas machen und da wir keinen konkreten Auftrag haben, ist das ziemlich schwierig. Wir lesen tonnenweise Dokumente, die aber zum Teil nicht mehr aktuell sind und haben keine Ansprechpartner für Fragen. Langsam kennen wir immerhin die Gesichter und auf die erste Monatswoche, wo alle vom Feld für die Sitzungen nach Cusco kommen, ergibt sich vielleicht auch wieder die eine oder andere Gelegenheit mit jemandem ins Gespräch zu kommen oder mal irgendwo mitgehen zu dürfen. Im Juni ist für mich erschwerend dazugekommen, dass die Krippe die Hälfte der Zeit ausgefallen ist wegen den ganzen Feiertagen und ich dann auch nicht arbeiten konnte. So kommt man natürlich nicht vorwärts.

Auch nicht ganz einfach ist es so stark aufeinander angewiesen zu sein. Wir haben bisher fast keine anderen Kontakte als einander. Da lastet ziemlich viel Druck auf der Partnerschaft. Mit Ida sind wir dann nochmal mehr an zu Hause gebunden, können nicht einfach gehen, wann wir wollen…Aber ich muss sagen, ich bin positiv überrascht von uns :-). Wir gehen das Ganze überraschend praktisch an und können uns auch wirklich gegenseitig unterstützen und gut zureden, wenn es dem einem grad zuviel ist.

Es kann sich also noch viel verbessern – WIR können noch viel verbessern – aber wir sind überhaupt nicht am verzweifeln. Es tun sich Dinge, verändern sich, entwickeln sich. Irgendwann werden wir uns hier schon zu Hause fühlen.

Liebe Grüsse an euch liebe Blog-Leser von uns aus Cusco!!

auf der Heimfahrt von Ollentaytambo letzten Sonntag

1 Kommentar:

  1. Oh, das freut mich sehr! Vieles scheint wirklich nicht ganz einfach zu sein, aber ihr macht das super!
    Ganz liebe Grüsse aus der heute verregneten Schweiz,
    Anna

    AntwortenLöschen